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Bewegung (1. Säule)

by Riccardo Stadler

Bewegung (1. Säule)

Die Bewegung (Movement) stellt die größte und wichtigste Säule und damit das Fundament einer effektiven Gesundheit dar.

Das Leben besteht in der Bewegung. (Aristoteles)

Take-Aways

  • Die Bewegung ist unsere „magische Pille“, unser Lebenselixier in jeder Altersklasse.
  • Training sollte bewegungsorientiert und in den kinetischen Muskelketten stattfinden
  • Störungen der Bewegungsgeometrie verursachen Schmerzen und hemmen die Leistung
  • Die Regulation der Bewegungsgeometrie löst den Schmerz löst und optimiert die Leistung.

Unsere „magische Pille“

Heute wissen wir, dass unsere Muskeln bei jeglicher Aktivität Hormone produzieren (Myokine), die auf viele andere Organe einwirken, auf das Gehirn, die Blutgefäße oder das Nervensystem. So lassen sich die positiven Wirkungen von Bewegung auf Diabetes, Depressionen oder auch Demenz erklären. Die Bewegung ist unsere „magische Pille“, unser Lebenselixier in jeder Altersklasse.

Bewegungsorientiertes Training

Bewegungsorientiertes Training bedeutet den Muskel in der Bewegung zu trainieren. Dabei werden die Muskeln nicht isoliert, sondern als miteinander verbundenes System, in den sogenannten kinetischen Muskelketten, beansprucht. Die Vorteile eines bewegungsorientierten Trainings sind die Verbesserung komplexer Bewegungsmuster, die Gelenkstabilisierung, eine verbesserte Ansteuerung des Muskelsystems durch das zentrale Nervensystem (ZNS) sowie eine verbesserte Beweglichkeit, Schnelligkeit und Ausdauer.

Das (Kraft-)Training zielt nicht darauf ab, Abläufe aus unseren Bewegungsmustern aus dem Alltag zu kopieren (z.B. Bizeps-Curls = Kaffeetasse zum Mund führen). Stattdessen sollte man alle Gelenke in ihren möglichen Bewegungsrichtungen bewegen und trainieren.

Deswegen sind Kinder in der Regel auch schmerzfrei, weil sie möglichst alle Bewegungsgrade ausschöpfen. Und da der Bewegungsradius sich mit zunehmendem Alter verkleinert, sollte man heutzutage seinem Körper immer wieder zeigen, was er eigentlich im Stande ist zu leisten.

Die Beugemuskeln und ihre „Bremsen“

In unserem Alltag arbeiten die Beugemuskeln vermehrt, während deren Antagonisten (Gegenspieler) zu schwach und kurz sind. Zusätzlich werden die schon zu stark beanspruchten Beugemuskeln durch beispielsweise Bizeps-Curls oder Sit-Ups noch zusätzlich (über-)trainiert.

Durch einen verkürzten (Antagonist) Trizeps wird das Zusammenspiel zum arbeitenden (Agonist) Bizeps negativ beeinflusst. Dementsprechend kann das Potential der intermuskulären Koordination nicht vollends entfaltet werden, da die beschriebene Dysbalance als „Bremse“ fungiert. Das schwächste Glied des Körpers (der kürzeste Muskel = „Bremse“) stört nicht nur die Muskeltonussymmetrie, sondern auch die Gesamtstabilität im Körper, da die Muskeln auch auf die Knochenstabilität wirken. Bei Problemen des Beugemuskels Bizeps wird also der antagonistische Muskel Trizeps funktionell trainiert, um wirklich „loslassen“ zu können, während der Agonist (Hauptspieler) arbeiten kann.

Stereotypische Bewegungsmuster und die Trainingsprinzipien

Stereotypische und außergewöhnliche Bewegungsmuster (Tanzen, Ballett, Fußball) generieren spezifische Belastungszonen (Überlastungszonen), welche mit Schmerzzuständen korrelieren. Athleten können dies über einen längeren Zeitraum kompensieren, zu Beginn nur zu Lasten der Performance. Hingegen verursachen derartige Bewegungsmuster bei „Normalen“ bzw. Gelegenheitssportlern meist unmittelbar Verletzungen.

Deshalb sollten im Zentrum einer bewegungstherapeutischen Therapie Übungseinheiten für die Gegenspielerketten und Gegenbewegungen, individuelle und sportartspezifische Schwachstellenanalysen und Strategien zur Stärkung des Körpergefühls und der Körperwahrnehmung, sein.

Nicht ausreichend trainierte Antagonisten-Ketten können die Leistung hemmen. In der Beweglichkeit eingeschränkte, unphysiologisch hypertone, verkürzte, übertrainierte Muskeln können die Leistungskomponenten verschlechtern. Die schwächste Stelle des Körpers schränkt also die Leistung eines Athleten ein. Deshalb sollte der Fokus im Training auf Schwachstellen und relativen Verkürzungen in die Länge gelegt werden.

Denn Störungen der Bewegungsgeometrie verursachen Schmerzen und hemmen die Leistung, während die Regulation der Bewegungsgeometrie den Schmerz löst und die Leistung optimiert.

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